Fett als Energielieferant für den Hund

So ein Beutetier besteht nur aus sehr wenigen Kohlehydraten, weshalb die Natur wohl dafür gesorgt hat, dass Beutegreifer optimal das Fett als Energielieferanten nutzen. Bei wildlebenden Beutetieren variiert der Fettgehalt über das Jahr, weshalb wir von einem Durchschnitt übers Jahr gesehen ausgehen.

Der gesunde Hund bringt alle nötigen Eigenschaften für eine Fettverdauung mit und sollte in seiner Ration einen Fettgehalt im Muskelfleischanteil von 15-25% vorfinden. 15% Fettgehalt in der Ration haben sich in der Regel als gut bewiesen, bei gesteigerten Aktivitäten und kalten Außentemperaturen darf es gerne mehr sein, doch über die 25 % Fettgehalt sollten wir nicht gehen, da sonst die Bauchspeicheldrüse des Hundes überfordert werden kann und es zu einer schmerzhaften Entzündung eben dieser kommen kann.

Wo es bei uns auf dem Teller eher mager sein darf, wenn es denn Fleisch gibt, darf und muss es beim Hunde gut durchwachsen sein.
Das Fleisch der Beutetier-Teile, die uns überwiegend zum Basteln zur Verfügung stehen, haben ungefähr einen Fettgehalt von ca. 4-11%, somit haben wir eine Lücke in der Energieversorgung, die wir auffüllen müssen, damit die Energie weniger bis gar nicht aus dem Eiweiß gewonnen wird, was gesundheitliche Nachteile für den Hund haben kann. Die Energiegewinnung aus Protein ist deutlich ineffektiver und mehr “Abfallstoffe” entstehen, die wiederum über Leber und Niere abgebaut werden müssen.

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, dieses Fett aufzufüllen:
zum einen wenn wir an wirklich fettes Fleisch rankommen, was die natürlichste Form ist. (dann bräuchten wir nichts mehr an Fett ergänzen)

Zum anderen gibt es mittlerweile verschiedene Rechner im Internet, die auch den zusätzlichen Fettbedarf in Gramm ausrechnen, wenn wir in etwas wissen, wieviel Prozent Fettgehalt das gebastelte Beutetier hat.

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Kokosöl im festen Zustand

Wir können die Futterration dann z.B. mit Rindertalg, Geflügelfett, Kokosfett oder Schweineschmalz aufwerten. An so eine Ergänzung tasten wir uns natürlich vorsichtig ran, damit sich das Verdauungssystem des Hundes auch dran gewöhnen kann. Wir erhöhen die Fettmenge nach und nach.

 

Wichtig fürs Verständnis ist:

Fette werden als Energielieferant ergänzt, liefern aber auch Fettsäuren.

Öle werden ergänzt um die benötigten essentiellen ungesättigten Fettsäuren zu ergänzen für ein gesundes Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren.

In meinen Artikeln “Öle und Fette beim Beutetier basteln” und
“Vitamin E im Hundenapf” kannst du darüber noch mal nachlesen.

Die Öle dienen nicht der Energiegewinnung.

Und der Fettgehalt im Muskelfleisch oder der Gehalt vom Muskelfleisch und dem ergänzten Fett entsprechen nicht dem Fettgehalt der Gesamtration, da ja unsere anderen Beutetier-Teile weniger bis keinen Fettanteil haben, wie z.B. die Obst- und Gemüseration. In der Gesamtmenge haben wir dann wieder einen niedrigeren Fettgehalt.

Wenn keine Angaben zum Fettgehalt des Muskelfleisch gemacht wird, weil man zum Beispiel direkt vom Schlachter, Jäger oder frisch auf dem Markt kauft, dann muss man nach Optik entscheiden: das Fleisch sollte gut marmoriert sein oder zumindest einen schönen großen Fettrand haben.

Die Menge des ergänzten Fettes ziehen wir vom Muskelfleischanteil wieder ab, hier nehme ich mal meinen Rüden Pablo als Beispiel:

Lockenkopf Pablo

Lockenkopf Pablo aus Spanien

Pablo wiegt 17 kg und bekommt in einer Mahlzeit u.a. 190 g Muskelfleisch mit einem Fettgehalt von ca. 5%.
Ich muss seine Ration mit 30g Fett ergänzen, um auf einen Fettgehalt von 15% beim Muskelfleisch zu kommen. Das heißt, ich ziehe die 30 g Fett vom Muskelfleisch ab, er bekommt somit 160 g Muskelfleisch plus die 30 g Fett, womit wir dann bei 190 g Muskelfleisch mit einem Fettgehalt von 15% sind.

Dieses Beispiel ist auch einer der Gründe, warum ich es Beutetier basteln nenne!

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