Vitamin E im Hundenapf

Durch den vorherigen Artikel “Öle und Fette beim Beutetier basteln” angeregt, soll es hier mit dem Vitamin E weitergehen, da unter anderem eine erhöhte Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren den Vitamin-E-Bedarf erhöht.

Acht in der Natur vorkommende Substanzen werden unter dem Begriff Vitamin E zusammengefasst. Es sind vier Tocopherole und vier Tocotrienole, wovon das Alpha-Tocopherol die häufigste und biologisch aktivste vorkommende Form der natürlichen Substanz ist. Tocopherole werden nur in Pflanzen gebildet.

Täglich werden unsere Zellen, wie auch die Zellen unseres Hundes von freien Radikalen angegriffen und Vitamin E gilt als Radikalfänger, es ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans und somit in jeder Zellmembran enthalten.
Dort schützt es vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die ansonsten durch freie Radikale in gefährlichen Kettenreaktion vollkommen zerstört würden.
Neben seiner Aufgabe als Antioxidans wirkt Vitamin E entzündungshemmend und stärkt  das Immunsystem. Es hält die Haut gesund, das Bindegewebe elastisch und hilft bei der Wundheilung.

Der Bedarf an Vitamin E erhöht sich außerdem bei Zink- und Selenmangel und bei Gabe von III- wertigem Eisen oxidiert dieses und deaktiviert das Vitamin E im Darm. Eine Vitamin-A-Überdosierung wird auch als Gegenspieler vom Vitamin E eingestuft.

Vitamin-E-Bedarf des Hundes

In Abhängigkeit von der gleichzeitigen Aufnahme an ungesättigten Fettsäuren variiert der Bedarf an Vitamin E.
Meyer/ Zentek schreiben, dass mindestens 0,6 mg Vitamin E pro Gramm ungesättigter Fettsäure im Futter enthalten sein sollen.
Im Erhaltungsstoffwechsel wird von 1 I.E. Vitamin E pro kg KM ausgegangen (1 I.E. entspricht 0,67 mg D-Alpha-Tocopherol), im Wachstum bei Welpen oder während einer Trächtigkeit sogar von 1-2 I.E. Vitamin E pro kg KM.
Futtermittel tierischer Herkunft, wie wir sie beim Beutetier basteln einsetzten, haben im Allgemeinen wenig Vitamin E.

Wie zeigt sich ein Mangel?

Typische Mangelzustände sind eher selten zu beobachten, was wohl aber an den unspezifischen Symptomen liegt: Muskelschwäche, Gewichtsverlust, Dermatose, Immunschwäche, Blutstörungen, erhöhte Unfruchtbarkeit und verschiedene Augenerkrankungen. Im fortgeschrittenen Stadium verfärbt sich das Körperfett (Gelbfettkrankheit) und es können sich zentralnervöse Störungen zeigen. Steht nicht genügend zellschützendes Vitamin E zur Verfügung, beschleunigen sich körperliche Abbauvorgänge was zur vorzeitigen Alterung führt.

Überdosierung

Eine Überdosierung wurde bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen, man weiß aber aus Beobachtungen von anderen Spezies, dass extreme Dosierungen Schäden verursachen können. Es ist im Gespräch, dass die Funktionen von Vitamin K gestört werden können.
Die Toleranz von Hunden gegenüber von Vitamin E ist höher als bei Vitamin A und D.

Versorgung mit Vitamin E

Ein Hund mit einem Körpergewicht von 10 kg benötigt im Erhaltungsstoffwechsel also 6,7 mg Vitamin E. Hier ist noch nicht der erhöhte Bedarf durch die ungesättigten Fettsäuren aus den Öl-Zugaben in der Futterration berücksichtigt.

Taschenrechner

Ein paar Zahlen müssen auch beim Beutetier basteln im Auge behalten werden, damit wir alles in einem natürlichen Verhältnis und bedarfsgerecht zusammen basteln.

Ein Zahlenspiel:
eine rote Paprika, ein Gemüse mit einem hohen natürlichen Vitamin-E-Gehalt enthält auf 100 g 2,5 mg Vitamin E.

268 g Paprika würden dann wohl rein rechnerisch den Vitamin-E-Bedarf eines 10 kg Hundes decken im Erhaltungsstoffwechsel. Der pflanzliche Anteil in eine Futterration beim Beutetier basteln dieses Hundes liegt bei 280 g, wovon 210 g aufs Gemüse kommen, haut also rein rechnerisch schon mal nicht mit einer Ergänzung über die normale Ernährung hin, zumal: wer möchte denn seinem Hund ausschließlich Paprika als Gemüse füttern?!?
Verschiedenen Quellen ist zu entnehmen, dass über die Jahre unter anderem auch der Gehalt an Vitamin E in Nahrungsmittel aufgrund von Masttierhaltung, ausgelaugten Böden und anderen Umständen immer weiter sinkt. Für unseren Hund empfiehlt es sich somit, Vitamin E zu ergänzen. In Tropfenform lässt es sich gut direkt in die Öle für die Futterration geben und macht das Öl zeitgleich länger haltbar. Mittlerweile gibt es auch gute Öle und Ölmischungen zum Beutetier basteln, denen Vitamin E bereits zugesetzt wurden.

 

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