Öle und Fette beim Beutetier basteln

Eine ganz entscheidende Frage begegnet mir immer wieder bei der Futterzubereitung für meine Tiere:

“Warum muss ich Zusätze zum Futter geben, wenn es doch alles natürliche Komponenten sind? In freier Wildbahn “streut” sich der Hund ja auch nichts über sein Kaninchen…”

Eine gute und berechtigte Frage, die ich heute hinsichtlich von Ölen und Fetten näher betrachten möchte, insbesondere die Öle haben es mir aktuell angetan, da mein Hund Pablo wieder vermehrte “Baustellen” auf der Haut mit Juckreiz zeigt und sein Fell gelinde gesagt schei*** aussieht.

Die meisten werden bestimmt schon mal was von fettlöslichen Vitaminen gehört haben und dass der Fettanteil in der Hunderation der Energielieferant ist. In der menschlichen Ernährung gerne auf ein Minimum reduziert, darf und sollte es beim gesunden Hund gerne mehr Fett sein.
Meyer/Zentek schreiben, dass eine Fettaufnahme pro Tag von 10 g/kg Körpergewicht keinen nachteiligen Einfluss auf die Fettverdauung haben.

Der Hund bringt also die nötigen Voraussetzungen für eine Fettverdauung mit, ohne dass wir gleich akuten Durchfall oder andere Probleme erwarten müssen.
Aber warum Öle ergänzen, wenn wir schon “fette” Beutetiere basteln?
Allem voran geht es um die Fettsäuren, genauer gesagt um die essentiellen Fettsäuren, die, welche mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, weil der Hundeorganismus sie nicht selbst bilden kann. Hier sind die Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren zu nennen. Sie unterstützen unter anderem das Immunsystem, sind wichtig für Fell und Haut und sie sind am Aufbau von Zellmembranen beteiligt. Das erste Anzeichen für einen Fettsäuremangel beim Hund können ein schlechtes Fell oder Juckreiz sein.

Grüne Ölflasche gießt Öl

Dunkle Glasflaschen schützen die Öle

Je nachdem wie die Beutetiere gehalten und gefüttert werden (z. B. Masttierhaltung), enthält ihr Fleisch die wichtigen Omega-3- Fettsäuren nicht mehr in ausreichenden Mengen und im richtigen Verhältnis. Das Fleisch von Freilandtieren enthält da schon deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren und bei Wild ist der Gehalt noch höher.
Doch wer kann sich Wild tatsächlich jeden Tag leisten?!? Generell wirkt sich die Haltung der Beutetiere auf die Fleischqualität aus. (Weidegang, Tageslicht, Futter, Streß ).


Lachsöl (Fischöle)

Wenn du nicht regelmäßig fetten Fisch fütterst, dann ist Lachsöl eine wichtige Quelle für EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Diese Fettsäuren  sind unter anderem bei Entzündungsgeschehen, Wundheilung, Hauterkrankungen, Allergien und Stress mit erhöhtem Bedarf zu ergänzen.

Dorschlebertran

enthält neben den ungesättigten Fettsäuren EPA und DHA die fettlöslichen Vitamine A und D im fast idealen Verhältnis zueinander.

Borretschöl

ist mit 20-24% Gammalinolensäure die beste Wahl bei einer gestörten Hautfunktion. Gammalinolensäure (GLS) ist ein wichtiger Bestandteil der Haut  und eine Vorstufe für die Bildung wichtiger Gewebshormone. Zum Beispiel Prostaglandin E1 ist so ein Gewebshormon und bekannt dafür entzündungshemmend und juckreizlindernd zu sein.

Hanföl

Enthält einen hohen Prozentsatz an Omega-3-Fettsäuren und das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren beträgt 4:1, was als günstig anzusehen ist. Auch hier haben wir einen hohen Anteil an Gammalinolensäure und die damit verbundenen positiven Eigenschaften bei Hautproblemen.

Leinöl / Leinsamenöl

Auch das Leinöl enthält einen hohen Prozentsatz an Omega-3-Fettsäuren mit positiven Auswirkungen auf Herz-Kreislauf, Haut und Gelenke.

Nachtkerzenöl

Enthält nicht ganz so viel Gammalinolensäure wie Borretschöl, dafür einen erwähnenswerten Gehalt an natürlichem Vitamin E. Bitte tropfenweise dosieren, ca. 1-5 Tropfen pro KG Körpergewicht.

Olivenöl

Nur Qualität „Natives Olivenöl extra“ wählen mit unter 1% freien Fettsäuren, das schonend gepresst wurde.

Diese Öle nur in geringen Mengen und nicht dauerhaft füttern:

Distelöl, Sonnenblumenöl und Maiskeimöl, da diese laut einer schwedischen Studie krebsfördernd beim Hund sein sollen.
Rapsöl kann Allergien fördern, Tumorzellen begünstigen und Epilepsie auslösen.

Mittlerweile gibt es noch eine ganze Reihe anderer Öle am Markt, doch das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, sie hier alle zu erwähnen. Je nach Nachfrage, Interesse und Informationslage werde ich bei Gelegenheit einzelne Öle noch mal aufgreifen und näher betrachten.

Qualität und Herstellung

Öldosierung mit Esslöffel

Zur Dosierung von Ölen eigenen sich unter anderem Teelöffel, Esslöffel, Milliliter-Maße oder auch Pipetten bei geringeren Dosierungen.

Für das Beutetier basteln ist es unerlässlich, dass die Öle kaltgepresst gewonnen wurden.
Öle, die einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren haben, verderben schnell und deshalb ist es schon beim Kauf wichtig auf die Herkunft, Verarbeitung und Verpackung (dunkel Flaschen) zu achten. Bei zu langer und falscher Lagerung auf dem Transport und im Geschäft kann das Öl schon ranzig sein oder eben kurz nach dem Öffnen dann ranzig werden.

Lagerung von Ölen

Alle Öle sollten nach Möglichkeit in Braunglasflaschen kühl und dunkel (im Kühlschrank) gelagert und nach Anbruch fest verschlossen werden um die Oxidationsprozesse zu verlangsamen. Notfalls die Öle sonst in entsprechende Gefäße umfüllen.
Leinöl kann sogar im Gefrierschrank gelagert werden, da es nicht gefriert und sich dadurch die Haltbarkeit verlängert.

refrigerator-2420417_1920Durch die Zugabe von Vitamin E zum Beispiel in Tropfenform, kann die Haltbarkeit auch verlängert werden.
Verbrauche die Öle innerhalb von 4-10 Wochen, also je mehr Öle du offen und in Gebrauch hast, desto kleiner sollten die Flaschen sein. Leider kannst du das Ranzigwerden von Ölen nicht immer sehen, riechen oder schmecken und während des Oxidationsprozess entstehen freie Radikale, die Zellschäden verursachen und so u.a. die Alterung beschleunigen.

 

 

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