Warum “Beutetiere basteln”?

Rotkäppchen und der böse Wolf„Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!“

… „Dass ich dich besser fressen kann.“
Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.

Das ist eine meiner ersten Erinnerungen an den Wolf: der Wolf frisst am liebsten Fleisch.
Heute weiß ich, er frisst Beute die aus mehr als nur Fleisch besteht.

Über die Verwandtschaft und Abstammung unseres Haushundes Canis lupus familiaris gibt es je nach Quelle und Autor ein paar unterschiedliche Ansätze, doch wenn ich mir so ein Hundegebiss ansehe, die Art zu Jagen, Beute zu schlagen und zu Verschlingen, dann habe ich da meine ganz eigene Meinung. Auf alle Fälle ist für mich klar: auch wenn der Hund kein Wolf ist, der Hund ist ein Carnivor, ein Beutegreifer. Kleinere Beutetiere werden sogar mit Haut und Haar gefressen. Wird mir auf dem einen oder anderen Gassi gerne immer wieder vorgeführt, meine Spanier sind exzellente Mäusefänger.

Der Hund von heute frisst und verträgt mehr als nur Beutetiere, doch für wie lange geht es gut, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen? Auch der Mensch kann ja über einen gewissen Zeitraum nicht optimale Lebensmittel zu sich nehmen, ohne ersichtlichen Mangel oder Krankheitssymptome zu zeigen.

Wir nehmen Hunde in unsere Obhut, wir tragen die Verantwortung für ihre Ernährung und ihre Gesundheit, für ihr Wohlergehen. Wir erziehen sie, wir bilden sie aus, wir machen Sport mit ihnen, bringen sie zum Tierarzt bei Erkrankungen, wir schließen sie in unser Herz.
Und wir glauben und vertrauen den Futtermittelherstellern, die nur das Beste für unseren vierbeinigen Freund wollen!?! Weiter möchte ich mich dazu nicht auslassen.

Beginnen wir einfach mal von Vorne, also am Anfang, na Vorne im Maul des Hundes:

Reißzahn Hund

Ein ausgewachsener Hund hat je nach Rasse und Schädelform ca. 42 Zähne, 4 davon sind stark ausgebildete Reiß- oder Fangzähne (Canini). Seine Backenzähne haben im Vergleich zu einem menschlichen Gebiss deutlich kleinere Kauflächen und dafür viel mehr Spitzen und sind kräftig genug um auch Knochen zerkleinern zu können.
Das sind Merkmale, die wir ganz ohne Hilfsmittel und ohne einer speziellen Ausbildung erkennen können.

Die nächsten Punkte sind nicht ganz so leicht zu erkennen, da müssen wir uns auf Andere verlassen, die diese Dinge erforscht und schriftlich festgehalten haben. Der Hund schlingt sein Futter in größeren Brocken runter, er kaut wenig und zermahlt nicht, er reißt und nagt mehr wenn er Gelegenheit bekommt und schon geübt ist, sein Speichel ist zäher als unser Speichel, um die großen Brocken gleitfähig für die Speiseröhre zu machen. Das können wir mit einem etwas geübten Blick eventuell noch selber erkennen.

Ausgehend von einem gesunden Hund, ist die Zusammensetzung seines Magensaftes mit ca. 10x mehr Salzsäuregehalt als in unserem Magen, zusammen mit dem eiweißspaltenden Pepsin und dem tiefen pH-Wert gärungs- und fäulniswidrig und richten ihre Wirkung gegen eine Vielzahl von Keimen.
Der Magen, ich nenne ihn gerne liebevoll “die Einkaufstasche”, da passt so einiges rein, ist Speicher, mischt die aufgenommene Nahrung und vermischt sie mit dem Magensäften. Der Magen bereitet dosiert den Einlass des Nahrungsbreis in den Dünndarm vor, wo die Nährstoffaufnahme beginnt.

weißer Wolf mit FleischWofür braucht ein Hund also soviel Salzsäure im Magen und das eiweißspaltende Pepsin in hohen Mengen? Weil er Pizza, Kartoffeln und Brot in freier Natur frisst?? Also wenn er die Wahl hätte….
Sieht mir schon verdächtig nach einem Organismus aus, der auf fleischige Komponenten ausgerichtet ist. Mit einem Blick auf den Bewegungsapparat lassen sich ja auch anatomische Vorteile für das Jagen, Laufen und Hetzen erkennen.
In bestimmten Grenzen sind Hunde anpassungsfähig, aber zu welchem Preis?
Außerdem muss die Individualität und die unterschiedlichen Bedürfnisse eines jeden Organismus berücksichtigt werden.
Nur weil in einem Buch oder auf einer Futterverpackung steht, dass dieses oder jenes Futter deinem Tier gut bekommt und positive Eigenschaften mit sich bringt, muss es deinem Hund noch lange nicht gut bekommen, geschweige denn dass dein Hund das Futter frisst.

Was hat nun eine Dose Nassfutter oder eine Futter-Krokette mit einem Beutetier gemeinsam? Auch darüber möchte ich mich nicht weiter auslassen. Du als LeserIn darfst deinen Gedanken freien Lauf lassen, so wie ich es vor Jahren auch tat, als ich zu diesem Thema kam.

Den Namen “Beutetierbastlerin” habe ich schon vor Jahren ganz bewusst gewählt, nichts anderes ist die Frischfleischfütterung, die natürliche und artgerechte Fütterung, das Barfen für mich. Da meine Hunde aus verschiedenen Gründen nicht selbst für ihre Beute sorgen dürfen und es meist schwierig ist an ganze Beutetiere ranzukommen, bleibt nur das “Basteln”. In vielen Komponenten sind aber nicht mehr die Nährstoffe enthalten, die den Bedarf unserer Hunde decken. Ein Übel der Massentierhaltung… Deshalb optimiere und ergänze ich neben dem Beutetierbasteln bedarfsgerecht und individuell je nach Lebenslage des Hundes, einiges dauerhaft, anderes nur kurweise.

“Pimp my Beutetier”

 

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