Der Weg zur Futterumstellung

… obwohl, korrekterweise müsste es heißen: die Wege zur Futterumstellung, den einzig wahren Weg gibt es, wie so oft, nicht.

Meistens sind die Umstände und der Auslöser für eine Umstellung auf Frischfleischfütterung weniger schön, der Hund ist krank oder einfach nur anders drauf als gewohnt, Magen/Darm wird öfter mal mitgenommen, Hautjucken, Schuppen und Haarausfall plagen den Hund, der Leidensdruck wächst stetig.

Oft hört man irgendwo im Hunde-Bekanntenkreis, auf dem Gassi, in der Hundeschule oder der Spielwiese nebenan so Sätze wie: Hach, es geht Bello so viel besser damit, ja Hassos Mundgeruch ist fast weg, Queenies Fell ist so toll geworden…
Mit einem Blick auf den eigenen Hund, wandern dieses Sätze gemächlich und unterschiedlich schnell durch unsere Hirnwindungen.

Hippokrates sagte schon:

“Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel,
und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Die Nahrung ist definitiv eine interessante und vielfältige Schraube, an der wir unterstützend, begleitend und lindern drehen können.

Je nach Umfeld hört man dann plötzlich die unterschiedlichsten Positiv- und Negativgeschichten, wird überhäuft mit Verboten und Geboten.
Ja, das Thema Hundefütterung kann zu einer Religion gemacht werden… aber Halt, Stopp!
Genau deshalb sind wir ja HIER.

Mein Opa hat seine Hunde von Anbeginn an frisch ernährt und sagte irgendwann mal zu mir: “Kindchen, ihr mit euren neumodischen Namen für alles Mögliche, ich nenne es einfach HUNDE FÜTTERN“.
Eine sehr tiefwirkende Aussage, die mich in meiner späteren Tätigkeit als Tierheilpraktikerin stark geformt hat.

Mein Weg zur Futterumstellung durch und mit meinen Dalmatiner Azur

Portrait Azur Kopf zur Seite

Azur von der Königskoppel ca. 12 Jahre alt

Als mein Leidensdruck durch die Erkrankung meines Dalmatiners Azur immer größer wurde, erinnerte ich mich an Opas Worte und ging auf die Suche, denn auch durch meine Hirnwindungen wanderten verschiedene Futter-Geschichten und ich kannte auch schon ein paar Hundehalter, die Beutetiere bastelten oder wenigstens selbst für ihren Hund kochten. Azur plagten im Alter von ca. 9 bis 10 Jahren plötzlich immer öfter epileptische Anfälle ohne erkennbaren Auslöser, die Anfälle kamen immer häufiger und wurden immer heftiger. Diagnostisch kamen wir nicht wirklich weiter und die Verzweiflung war groß. Nach einem Anfall mitten in der Pampa beim Gassi gehen, von dem Azur sich nur so langsam erholte, dass ich nicht wusste, wie ich den Hund wieder nach Hause bekommen soll, war der Entschluß gefasst und ich stellte sein Futter von jetzt auf gleich um. Aus heutiger Sicht, mit meinem jetzigen Wissen würde ich da etwas “sanfter und langsamer” ran gehen, doch Azur war so begeistert von dem Futter, dass wir beide förmlich in einem Rausch waren.
Dieser besagte schwere Anfall war auch sein letzter Anfall!
Azur trat im Alter von knapp 14 Jahren seine letzte Reise an und hatte nie wieder einen epileptischen Anfall. Beim Austausch mit anderen Therapeuten, Ernährungsberatern und Tierärzten wurde immer wieder der Verdacht laut, dass Azurs Anfälle durch eine zu getreidelastige Ernährung ausgelöst wurden.

Und mit einem Blick in die Zukunft: nach Azur zogen bislang vier weitere Hunde mit unterschiedlichem Alter, Herkunft und Geschichten bei mir ein und allen bastel ich Beutetiere und kann mir kaum noch eine andere Fütterung vorstellen. Selbst die Welpenaufzucht funktioniert wunderbar und meine Podenca Mara ist eine gesunde und stattliche Hündin geworden. Nur soviel zu meinen eigenen Hunden.

Im Rahmen der Tierheilpraxis habe ich noch viele weitere Hunde mit ihren Haltern auf diesem Weg begleitet und die meisten können sich auch keine andere Fütterung mehr vorstellen. Die, die diesen Weg nicht weiter gegangen sind, haben recht ehrlich zugegeben, dass dieser Weg für sie als Futterzubereiter aus verschiedene privaten Gründen nicht umzusetzen ist, dem Hund es aber sehr wohl bekommen ist.

Dein Weg zur Futterumstellung ?!?
An diesem Punkt gehen die Hundehalter die unterschiedlichsten Wege: das Selbststudium mit Büchern und Internet, der Besuch von Futter-Kursen, der Austausch mit anderen Beutetierbastlern, Webinare, Seminare, Futterpläne und Anleitungen von Tierheilpraktikern und Ernährungsberatern. Je nachdem wie die eigene Lebenssituation und Zeit es zulässt, sucht man sich Hilfe um die Grundlagen der Rohfütterung, des Beutetierbasteln vermittelt zu bekommen oder arbeitet sich selbst durch die mittlerweile reichlich vorhandenen Informationen und filtert für sich und seinen Hund die individuell benötigten Futtergrundlagen heraus.

Dieser Punkt kann sehr emotional werden: wir sind uns nicht sicher, ob wir das Richtige tun, wir haben Verantwortung für ein Lebewesen, viele verschiedene Meinungen und Thesen prasseln auf uns ein,  wir müssen Entscheidungen treffen…

Aber eins ist sicher: wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wir müssen kein Studium der Ernährungswissenschaften betreiben, wir können uns an der Natur orientieren und der Natur vertrauen.

Im nächsten Artikel erzähle ich Dir dann von den verschiedenen Möglichkeiten der Futterumstellung, wie Du vom Gedanken und der Entscheidung in die Umsetzung kommst, mit vielen Vorteilen und ein paar wenigen Nachteilen.

Nachtrag: das nächste Thema werde ich am Wochenende spontan festlegen, um dir Zeit zu geben deine Wünsche über künftige Themen zu äußern. Schreib mir entweder hier in die Kommentare oder auf der Facebook-Seite.

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